EVV- Ensemble vocal de Villars-sur-Glâne
 

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vom 3. Dezember 2008:
 
 
Grossfreiburg
 
Uraufführung im Advent
 
Am Sonntag erklang zum ersten Mal das Oratorium «Sub lumina prima» des Freiburgers Henri Baeriswyl.
Wolfgang Steiert

Villars-sur-Glâne Im Werk «Sub lumina prima» - frei übersetzt «In der ersten Morgendämmerung» - reflektiert der Komponist Henri Baeriswyl seine lebenslange Auseinandersetzung mit dem Tod und dem Sinn des Lebens. In ausgewählten Texten aus dem Buch Jesus Sirach im Alten Testament fand er die Bestätigung seiner Kümmernisse: das Nichts, den Tod, das Elend unter Menschen. Die gleiche Textsammlung führte ihn über die Bewunderung der Natur und des Universums zur Suche nach der Weisheit, welche sich im Dank an den Schöpfer offenbart.

Die dunklen Seiten dieser Texte beschreibt Henri Baeriswyl teils mit harschen Marschrhythmen - an Dimitri Schostakowitsch erinnernd -, teils mit verzweifeltem Aufschreien des Chores. Diese Musik lebt von der Überlagerung mehrerer modaler Tonarten. Trotz der zeitweise atonalen Dichte gelang es ihm, eine Tonsprache zu entwickeln, welche dem Zuhörer einleuchtend und verständlich entgegentrat.

Philippe Morard, Dirigent des «Ensemble vocal de Villars-sur-Glâne» (EVV) und des «Orchestre des Concerts de l'Avent» führte mit souveräner Gestik und Kompetenz die Musiker durch dieses eindrückliche und anspruchsvolle Werk.

Von seltenen Ausnahmen abgesehen, waren Chor und Orchester im dynamischen Bereich sehr gut aufeinander abgestimmt. Das Orchester untermalte in tadelloser Manier die abwechselnd verhaltenen und dann wieder ausdrucksstarken Partien. Jean-Luc Waeber sang den Baritonpart. Sein technisch einwandfreier und ausdrucksvoller Vortrag überzeugte vollends. Elsa Maurus, etwas weniger dramatisch, versuchte mit verhaltenem Timbre Inhalt und Musik hinüberzubringen. Stellenweise hätte die Intonation etwas genauer sein können.

Als Musik, ganz andersartig, blieb die «Misa Tango» von Luis Bacalov dem soeben verklungenen Oratorium nichts schuldig. In dieser Messe stellt die Tangomusik in typisch argentinischer Weise gleichzeitig Frust des benachteiligten Auswanderers wie dessen Überwindung in feurigen Tanzrhythmen dar.

Solisten, Chor und Orchester wurden durch Marcelo Nisinman, Bandoneon, ergänzt. Dieser verstand es, die ganze Bandbreite der Gefühle auszudrücken, welche diese Messe dem Interpreten bietet.

Lang anhaltender Applaus bestätigte die Aussagekraft beider Werke sowie ihre vorzügliche Interpretation.

 


 
Hemmer.ch